Freitag, 28. Mai 2010

Obama beginnt mit dem Aufbau einer großen US-Luft-und Seestreitmacht vor der iranischen Küste

Aus militärischen Quellen hat DEBKAfile erfahren, dass die Obama-Regierung beschlossen hat, die US-Streitkräfte im Mittelmeer und im Persischen Golf kurzfristig mit zusätzlichen Flugzeugen und Schiffen und 6.000 Matrosen und Marineinfanteristen zu verstärken.

Die 10. US-Flugzeugträgergruppe, angeführt von dem Flugzeugträger "USS Harry S. Truman", wird am Freitag, dem 21. Mai, aus der US-Marine-Basis Norfolk in Virginia auslaufen. Mit ihrer Ankunft vor der iranischen Küste wird sich die Anzahl der dort versammelten US-Flugzeugträger auf zwei erhöhen. Wegen der diplomatischen Bemühungen um Teheran hatte Präsident Barack Obama bisher nur einen Flugzeugträger vor die iranische Küste beordert, und zwar die "USS Dwight D. Eisenhower" ins Arabische Meer.

Zum ersten Mal wird sich den US-Seestreitkräften vor der iranischen Küste auch ein deutsches Kriegsschiff, die Fregatte "FGS Hessen", anschließen und unter amerikanischem Kommando operieren.

USS_Truman
USS Truman (Foto: U.S. Navy)
Quelle: wikimedia

Es ist auch das erste Mal seit seinem Amtsantritt vor 14 Monaten, dass Obama militärische Verstärkungen in den Persischen Golf entsendet. Unsere militärischen Quellen haben erfahren, dass die Flugzeugträger-Gruppe "USS Truman" nur der erste Verband der geplanten US-Verstärkungen vor den Küsten des Irans ist; sie werden im Laufe der nächsten drei Monate weitergehen und ihre maximale Stärke Ende Juli / Anfang August erreichen. Nach Plänen des Pentagons sollen mindestens 4 oder 5 US-Flugzeugträger in Sichtweite vor der iranischen Küste kreuzen.

Zur "USS Truman" gehört das 3. Träger-Geschwader, das sich den Namen Battle Axe (Streitaxt) zugelegt hat, mit seinen sieben Staffeln. Vier Staffeln sind mit F/A-18 Super Hornet-Kampfjets und F/A-18 Hornet-Bombern ausgestattet; außerdem gibt es auf dem Flugzeugträger Spionage-und Frühwarnflugzeuge des Typs E-2 Hawkeye (Habichtauge), die bei allen Wetterbedingungen operieren können, die 130. Staffel für elektronische Kriegsführung, die feindliche Radarsysteme stören kann, und die 7. Hubschrauberstaffel zur U-Boot-Bekämpfung. Der Iran hat während seines großen Seemanövers in der letzten Woche auch die Langstreckenrakete Velayat 89 vorgestellt, mir der von iranischen U-Booten aus US-Flugzeugträger und israelische Kriegsschiffe bekämpft werden können.

Die "USS Truman" wird von vier weiteren US-Kriegsschiffen begleitet. Es sind der Lenkwaffenkreuzer "USS Normandy" und die Lenkwaffenzerstörer "USS Winston S. Churchill", "USS Oskar Austin" und "USS Ross".

Nach Aussage der militärischen Quellen von DEBKAfile haben die 6.000 Marinesoldaten und Matrosen der "Truman"-Trägergruppe ein intensives viermonatiges Training hinter sich, mit dem sie umfassend und gründlich auf die im Mittelmeer und im Persischen Golf auf sie wartenden Aufgaben vorbereitet wurden.

Unser Kommentar

Bei unserer Suche nach einem Bild der Fregatte "Hessen" sind wir über Google auf folgenden Artikel gestoßen, der über die Website http://www.marine.de/ aufzurufen ist, wenn bei Suchbegriff seine Überschrift eingegeben wird.

Fregatte HESSEN übt mit der Flugzeugträgergruppe USS HARRY S. TRUMAN
Jacksonville/Florida, 30.03.2010, Presse- und Informationszentrum Marine.

Die deutsche Fregatte HESSEN befindet sich derzeit in einer Übung zur Integration in den Trägerverband um den US-Flugzeugträger HARRY S. TRUMAN. Die Einheiten haben am 23. März Norfolk, den größten Marinehafen der amerikanischen Ostküste, verlassen. Nun bewegen sie sich Richtung Mayport und Jacksonville in Florida, dem Heimathafen der ehemaligen 4. US Flotte. Dort endet die Übung am 1. April.

Fregatte Hessen
Fregatte Hessen (Foto:
Ann-Katrin Hoffmann, Bundeswehr)

Die Übung mit dem Namen SUSTAINEX ist die letzte koordinierte Beteiligung der Schiffe, die an der Flugzeugträgergruppe während ihres Einsatzes teilnehmen werden. Trainiert werden vor allem die Starts und Landungen von Flugzeugen auf dem "Träger", das Zusammenspiel der Schiffe zur Gefahrenabwehr, zur koordinierten Luftverteidigung und zur Uboot-Abwehr. Auch die einheitliche Befehlsgebung sowie die Vorbereitung der vielen neuen Soldaten für ihren Einsatz sind Bestandteil der Übung. Damit wird allen Beteiligten ein Eindruck vermittelt, was im tatsächlichen Einsatz gefordert wird.

Bereits im Oktober 2009 führte die Fregatte HESSEN mit der USS DWIGHT D. EISENHOWER erste gemeinsame Manöver vor der Küste Floridas durch. Teile der Besatzung waren in einer individuellen Ausbildungsphase am Taktiktrainer der US-Navy und konnten in verschiedenen Vorbereitungskonferenzen zeigen, dass sie als erstes Schiff der Deutschen Marine ihren Teil zur Einsatzfähigkeit der "Carrier Group Ten" leisten können.

Die Deutsche Marine erhofft sich einen Erfahrungsgewinn bei besonderen operationellen, taktischen und logistischen Abläufen. Im Rahmen der Kooperation zwischen der Deutschen und Amerikanischen Marine werden die Schiffe ab dem 30. April gemeinsam über den Atlantik und via Mittelmeer in Richtung des Westpazifiks fahren. Am 28. Mai wird die Fregatte HESSEN voraussichtlich den Trägerverband verlassen und die Rückreise nach Wilhelmshaven antreten.

Die Fregatte "Hessen" wird am 28. Mai – wenn überhaupt – nur zu einem Kurzaufenthalt nach Wilhelmshaven abbiegen und sich dann sehr bald auf den Weg zur 10. US-Flugzeugträgergruppe vor der iranischen Küste machen.

Wir möchten Sie an unsere LUFTPOST 124/10 (s. http://www.luftpost-kl.de/ luftpostarchiv/LP_10/LP12410_100510.pdf ) erinnern, in der wir einen Artikel des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Philip Giraldi veröffentlicht haben, der behauptet hat, der Iran müsse noch vor August mit einem Angriff Israels und der USA rechnen.

Wenn die 4 bis 5 US-Flugzeugträger Ende Juli / Anfang August im Arabischen Meer und im Persischen Golf versammelt sind, kann es losgehen. Und die deutsche Fregatte "Hessen" wird Jagd auf iranische U-Boote machen, wahrscheinlich sogar ohne vom Bundestag dazu beauftragt worden zu sein, weil sie ja schließlich unter US-Kommando steht. Sollte da nicht einmal die eine oder der andere Abgeordnete nachfragen, was da eigentlich vorgeht?


Quelle, Übersetzung, Kommentar: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

MMS genehmigt 27 Bohroperationen im Golf von Mexiko nach der BP-Katastrophe-26 wurden von Umweltprüfungen ausgenommen, einschließlich 2 von BP

Salazars 'Moratorium' bezüglich neuer Bohrgenehmigungen erlaubt die Fortsetzung derselben fehlerhaften Ausnahmeverfahren für Umweltprüfungen, die zur BP-Katastrophe führten


AUTOR: Center for Biological Diversity

Übersetzt von Einar Schlereth.Herausgegeben von Fausto Giudice



TUCSON, Arizona - Sogar nach der BP-Bohrexplosion, die 11 Menschen tötete und immer noch hunderttausende Gallonen (à 16 l) Öl in den Golf von Mexiko ergießt, fährt der Minerals Management Service (MMS) vom US-Innenministerium fort, für gefährliche neue Bohroperationen Ausnahmen von der Umweltprüfung zu erteilen. 27 neue Offshore-Bohrprojekte sind seit dem 20. April 2010 erteilt worden; 26 unter denselben Ausnahmebedingungen für Umweltprüfung, die auch die katastrophale Bohr-Operation der BP ermöglichte, die nun den Golf und sein Tier- und Pflanzenleben zerstört.

„MMS hat absolut nichts gelernt aus dieser nationalen Katastrophe“, sagte Kierán Suckling, Geschäftsführer des Zentrums für biologische Vielfalt. „Er erteilt weiterhin illegale Ausnahmen von allen Umweltprüfungen für gefährliche Offshore-Bohrungen im Golf von Mexiko. Das ist unerhört und unannehmbar.“

Der MMS wurde in eine Kontroverse verwickelt, als am 5. Mai 2010 enthüllt wurde, dass er den Offshore-Bohrplan der BP von Umweltprüfungen ausgenommen hatte, indem eine Lücke im National Environmental Policy Act (Gesetz zur Nationalen Umweltpolitik) benutzt wurde, die nur dafür gedacht war, auf solche Projekte angewendet zu werden, die keine oder minimale negative Effekte haben wie etwa der Bau von Nebengebäuden oder Wanderwegen. Die Kontroverse verschärfte sich, als bekannt wurde, dass der MMS jedes Jahr Ausnahmen für hunderte gefährliche Offshore-Bohr-Projekte im Golf von Mexiko erteilt hatte.

Zwei der kürzlich gebilligten – und ausgenommen von der Umweltprüfung – Bohroperationen wurden BP zugeteilt, trotz der Tatsache, dass die neuen Pläne auf exakt denselben falschen Zusagen über die Sicherheit der Ölplattformen und der Unwahrscheinlichkeit von Umweltschäden selbst bei einem Ölleck beruhten.

BP -Bohplan gebilligt am 6. April 2010 (dies ist der, der explodierte):

„2.7 Blowout Scenario – Ein Szenario für einen eventuellen Blowout der Quelle, von der BP den höchsten Ertrag flüssiger Kohlenwasserstoffe erwartet, ist nicht erforderlich für die im Plan vorgeschlagenen Operationen.“

BP -Bohrplan gebilligt am 5. Mai 2010:

„II.J. Blowout Scenario - Informationen nicht erforderlich für die in diesem Anfangs-Explorations-Plan vorgeschlagenen Aktivitäten.“

„Es ist unfassbar, dass der MMS zum Fenster rausschaute, als der wahrscheinlich schlimmste Ölunfall der amerikanischen Geschichte geschah, und dann die neuen BP- Bohrberechtigungen abgesegnet hat, die auf BPs offensichtlich falschen Erklärungen basieren, dass Ölunfälle nicht vorkommen können und ungefährlich wären, falls sie einträten. Bei der MMS müssen endlich Köpfe rollen.“

Als Antwort auf den Skandal mit den Ausnahmegenehmigungen für Umweltprüfungen, hat der umstrittene Innenminister Ken Salazar gestern verkündet, dass er die Billigung neuer Offshore-Bohrungen verboten habe. Die Öffentlichkeit nahm natürlich an, dass er die Billigung von Bohrplänen und Ausnahmen für Umweltprüfungen eingestellt habe, die dem MMS-Skandal zugrundeliegen. Heute jedoch gab das Innenministerium bekannt, dass die Ausnahmen für Umweltprüfungen und Bohrpläne nicht gestoppt worden sind. Salazar erlaubt, dass diese fehlerhaften Bohrgenehmigungen weitergehen; er hat nur die Erteilung eines letzten technischen Abhakens am Ende eingestellt, das aber keine Umweltprüfung einschließt.

Unter Salazars 'Moratorium' wird der Prozess der Umweltprüfung weiterhin vollständig umgangen werden auf genau dieselbe Weise wie bei der BP-Ölkatastrophe.

„Salazar spielt ein zynisches Hütchenspiel, indem er die Öffentlichkeit glauben macht, er habe die fälschlichen Billigungen gestoppt, die zur BP-Ölkatastrophe führten, während er in Wirklichkeit der MMS grünes Licht gab, weiterhin diese falschen Berechtigungen zu erteilen“, sagte Suckling. „Das einzige, was er eingestellt hat, ist das endgültige technische Abhaken, das aber lange nach der Umwelt-Prüfung stattfindet. Sein Taschenspielertrick mit den Medien trägt nichts dazu bei, das zerbrochene System zu reparieren, das dazu führte, was vielleicht die größte Umweltkatastrophe unserer Generation werden kann.“

„Dass Minister Salazar der MMS erlaubt, 26 neue Ölquellen von Umweltprüfungen zu befreien inmitten der laufenden Ölkrise im Golf zeigt einen außerordentlichen Mangel an Urteilsvermögen. Es ist unfaßbar, dass seine Aufmerksamkeit offenbar darauf gerichtet ist, die BP mit neuen Offshore-Quellen zu versehen, die von Umweltprüfungen ausgenommen werden, statt diesen verhängnisvollen Prozess abzuschließen, der Milliarden Dollar in die Taschen von BP und Millionen Gallonen Erdöl in den Golf von Mexiko ergießt.“

BP Exploration Plan, Mississippi Canyon Area, gebilligt am 6. April 2009
(derjenige, der explodiert ist)

BP Exploration Plan, Green Canyon Area,
gebilligt am 6. Mai 2010

„2.7 Blowout Scenario – Ein Szenario für einen eventuellen Blowout der Quelle, von der BP den höchsten Ertrag flüssiger Kohlenwasserstoffe erwartet, ist nicht erforderlich für die im Plan vorgeschlagenen Operationen.“

„II.J. Blowout Scenario - Informationen nicht erforderlich für die in diesem Anfangs-Explorations-Plan vorgeschlagenen Aktivitäten.“

“14.5 Alternativen – Keine Alternativen zu den vorgeschlagenen Aktivitäten wurden erwogen, um Umwelteinwirkungen zu reduzieren.“

„VI. Alternativen – Keine Alternativen zu den vorgeschlagenen Aktivitäten wurden erwogen, um Umwelteinwirkungen zu reduzieren.“

“14.6 Maßnahmen zu Schadensminderung – Keine Maßnahmen zur Schadensminderung außer denen, die durch Gesetz und die BP-Politik erforderlich sind, werden ergriffen, um potentielle Auswirkungen auf Umweltressourcen zu vermeiden, zu verringern oder zu eliminieren.“

„VII. Maßnahmen zu Schadensminderung – Keine Maßnahmen zur Schadensminderung außer denen, die durch Gesetz und die BP-Politik erforderlich sind, werden ergriffen, um potentielle Auswirkungen auf Umweltressourcen zu vermeiden, zu verringern oder zu eliminieren.“

“14.7 Konsultationen – Keine Agenturen oder Personen wurden konsultiert in Bezug auf potentielle Auswirkungen, die mit den vorgeschlagenen Aktivitäten in Verbindung stehen.“

„VIII. Konsultationen – Keine Agenturen oder Personen wurden konsultiert in Bezug auf potentielle Auswirkungen, die mit den vorgeschlagenen Aktivitäten in Verbindung stehen.“

“14.3 Auswirkungen auf vorgeschlagene Aktivitäten - Die vorgeschlagenen Quellen-Orte wurden gebilligt für jede Art Meeresboden und Untergrund und von Menschen geschaffene Besonderheiten und Bedingungen, die die Operationen negativ berühren könnten. Keine Auswirkungen werden erwartet von standortspezifischen Umweltbedingungen.“

IV. Auswirkungen auf vorgeschlagene Aktivitäten - Die vorgeschlagenen Quellen-Orte wurden gebilligt für jede Art Meeresboden und Untergrund und von Menschen geschaffene Besonderheiten und Bedingungen, die die Operationen negativ berühren könnten. Keine Auswirkungen werden erwartet von standortspezifischen Umweltbedingungen.“

“14.2.3.2 Feuchtgebiete … In Anbetracht der Entfernung zur Küste und den vorhandenen Mitteln zur Öleindämmung werden keine negativen Auswirkungen auf Feuchtgebiete als Ergebnis der vorgeschlagenen Aktivitäten angenommen. Die im Explorationsplan vorgeschlagenen Aktivitäten werden von dem Eindämmungsplan bei Ölleckagen der BP (OSRP) abgedeckt.“(S. 45)

„III.C.2. Feuchtgebiete … In Anbetracht der Entfernung zur Küste und den vorhandenen Mitteln zur Öleindämmung werden keine negativen Auswirkungen auf Feuchtgebiete als Ergebnis der vorgeschlagenen Aktivitäten angenommen. Die im Explorationsplan vorgeschlagenen Aktivitäten werden von dem Eindämmungsplan bei Ölleckagen der BP (OSRP) abgedeckt.“

“14.2.2.1 Wichtige Fisch-Habitate-Falls ein unerwarteter Blowout eintreffen sollte, der zu einer Leckage führt, ist es unwahrscheinlich, dass es Auswirkungen geben wird auf Grund der hohen Standards der Industrie, wonach erprobte Ausrüstung und Technologie zur Bekämpfung eingesetzt wird, und deren Einsatz von BPs Plan für regionale Ölleckagen und deren Beseitigung abgedeckt werden.”

„III.B.11. Wichtige Fisch-Habitate … Sollte eine Ölleckage in Gebieten von mobilen ausgewachsenen Finnwalen oder Schalentieren eintreten, würden die Effekte nicht tödlich sein, und das Ausmaß des Schadens würde reduziert werden auf die Fähigkeit ausgewachsener Wale und Schalentiere, der Leckage auszuweichen, die Kohlenwasserstoffe zu metabolisieren und sowohl die Metaboliten als auch die Stammverbindungen auszuscheiden. Die im Explorationsplan vorgeschlagenen Aktivitäten werden von dem Ölleckage-Eindämmungsplan der BP (OSRP) abgedeckt.“



Quelle: Center for Biological Diversity-Salazar's "Moratorium" on New Drilling Permits Allows Continuation of the Same Flawed Environmental Exemption Process that Allowed the BP Catastrophe

Originalartikel veröffentlicht am 7.5.2010

Über den Autor

Tlaxcala ist das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer, der Herausgeber als auch die Quelle genannt werden.

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Dienstag, 25. Mai 2010

"Free Gaza"- die Blockade von Gaza mit Schiffen durchbrechen

AUTOR: Die Blockade von Gaza beenden!




Aktion gegen Menschenrechtsverletzungen an der Bevölkerung von Gaza


Die Menschen im Gazastreifen mit Hilfsgütern zu versorgen und die Öffentlichkeit auf die völkerrechtswidrige Blockade des Gaza-Streifens aufmerksam zu machen, ist Ziel der Freedom-Flottille. Sie besteht aus insgesamt drei Frachtschiffen mit etwa 5.000 Tonnen Ladung und fünf Passagierschiffen. Ca. 600 Menschen aus 20 Ländern hoffen, Gaza per Schiff zu erreichen. Aus Deutschland beteiligen sich fünf Personen als Passagiere: vom Aktionsbündnis Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der IPPNW, Norman Paech, emeritierter Hochschullehrer und IPPNW-Beiratsmitglied sowie der in Deutschland lebende Palästinenser Nader el Saqa von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland e.V. und zwei Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Inge Höger, MdB (Mitglied des Verteidigungsausschusses) und Annette Groth, MdB (Mitglied des Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe). Die deutschen Aktivisten werden am 22. Mai von Griechenland aus in See stechen und um den 1. Juni zurück in Griechenland erwartet.


Das Frachtgut besteht aus Baumaterial und ganzen Fertighäusern, aber auch aus Rollstühlen, Krankenhausbetten, Wasseraufbereitungsgeräten, sowie aus Schulmaterialien und Spielzeug. Aus Deutschland stammen 5 Tonnen der Fracht, Medikamente, Verbandstoffe und Medizinische Geräte, gespendet von der Deutsch Palästinensischen Medizinischen Gesellschaft.

“Im Mai vergangenen Jahres hat Papst Benedikt XVI bei seinem Besuch in Israel und in den palästinensischen Gebieten die Aufhebung der Blockade von Gaza gefordert. Die internationale Gemeinschaft, die EU und die deutsche Bundesregierung sind aufgerufen sich in ähnlicher Weise für das Ende der kollektiven Bestrafung der Menschen im Gazastreifen einzusetzen. Ohne freien Zugang zu Grundversorgung mit Lebensmitteln leben die Menschen dort in tiefster Armut“, betont die Generalsekretärin von pax christi, Christine Hoffmann.

„Die internationale Staatengemeinschaft geht nicht gegen die völkerrechtswidrige israelische Blockade vor. Umso intensiver muss die internationale Zivilgesellschaft sich dafür einsetzen,“ sagt Gisela Siebourg vom Deutschen Koordinationskreis Palästina Israel.

"Wir wollen mit unserer Aktion auf die Menschenrechtsverletzungen an der Bevölkerung von Gaza aufmerksam machen. Durch die Blockade fehlen Medikamente und Ersatzteile für medizinische Geräte. Patienten, die in Gaza nicht versorgt werden können, haben keinen Zugang zu adäquater medizinischer Behandlung außerhalb der belagerten Region. Unseren israelischen Kollegen, den `Ärzten für Menschenrechte´, sind bereits Fälle bekannt, in denen Patienten gestorben sind, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden konnten", erklärt Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der IPPNW.

„Die Flottille nach Gaza soll mit ihren Hilfsgütern nicht nur die Blockade von Gaza überwinden, sondern auch durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit dem Schweigen in den Medien entgegenwirken und Druck auf die internationale Politik entfalten, sich deutlich gegenüber Israel für ein Ende der Blockade einzusetzen“, erklärt Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Die“ FreeGaza Bewegung“ ist eine internationale Bewegung, die mit Schiffen die völkerrechtswidrige Blockade von Gaza durchbrechen will. Der deutschen Sektion von „FreeGaza“ gehören IPPNW Deutschland, die deutsche Sektion pax christi, die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft, die Palästinensische Gemeinde Deutschland sowie die Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft an. Deutsche „FreeGaza“ Koordinatorinnen sind Gisela Siebourg und Hilu Barth. Bereits seit letztem Jahr bemüht sich der deutsche Koordinationskreis Palästina Israel, ein Schiff mit medizinischen Hilfsgütern nach Gaza zu schicken, und hat dafür breite Unterstützung eingeworben.

http://www.freegaza.de/petition/unterzeichner.php

Obwohl Free Gaza sich nur in internationalen und palästinensischen Hoheitsgewässern bewegen wird, hat Tel Aviv bereits angekündigt, die Flotte nicht bis zur Küste von Gaza segeln zu lassen. Die FreeGaza Bewegung läst sich unter Verweis auf das Völkerrecht, das internationale Seerecht und die Menschenrechte durch solche Drohungen indes nicht einschüchtern.

  • Kontakt:
Angelika Wilmen, IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte
für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin,
  • www.ippnw.de, Email: ippnw@ippnw.de
  • Quelle: Pressemittteilung

    Originalartikel veröffentlicht am 20.5.2010

    Über die Autoren

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    Donnerstag, 6. Mai 2010

    Die vergessenen Imperien auf zwei Kontinenten

    Die vergessenen Imperien auf zwei Kontinenten-Ein Kommentar zum Symposium „Imperien und Reiche in der Weltgeschichte“, Hildesheim 25. April – 1. Mai 2010


    AUTOR: Vladislav MARJANOVIĆ

    Der Aufstieg und Fall von Imperien erweckt immer wieder die Neugier der Wissenschaftler. Um dieses Phänomen deutlicher einsehen zu können, werden diesmal in Hildesheim mehr als 40 Imperien unter die Lupe genommen und zwar in einem Zeitraum, der sich vom 3. Jahrhundert vor Christi bis zu unseren Tagen ausdehnt. Wie man der Einladung zu diesem Symposium entnehmen kann, werden Imperien auf allen Kontinenten behandelt...

    Wenn man aber die Liste der Referate anschaut, wird man feststellen müssen, dass nur drei Referate sich mit den Imperien auf dem afrikanischen Kontinent beschäftigen werden: Zwei mit dem alten Ägypten und eines mit den Dynastien von Fatimiden und Mameluken, die im Mittelalter über Ägypten und Nordafrika regierten. Mit dem amerikanischen Kontinent steht es noch schlechter. Nur ein Referat wird einem amerikanischen Imperium gewidmet werden: der USA.

    Was immer die Ursache für dieses Versäumnis sein könnte, ist es zu bedauern, dass Imperien, die in Afrika und Lateinamerika existierten und die Geschichte dieser zwei Kontinente prägten, beim Symposium in Hildesheim nicht berücksichtigt werden. Dadurch wird einerseits ein unvollkommenes Bild über die Entwicklung von Imperien in der Weltgeschichte entstehen, sondern es wird auch eine Gelegenheit versäumt, jene Eigenschaften zu erkennen, die auch in den modernen Reichen zu finden sind, nämlich die Dominierung und die Expansion. Die autarken Wirtschaftsverhältnisse zwangen zu Sicherung von Nahrungsquellen und der Handel den Schutz von Handelswegen. Der Aufbau einer politischen Organisation, die solche Bedürfnisse einer bestimmten menschlichen Gruppe garantieren würde, erfolgte in Lateinamerika und im Afrika auf ziemlich ähnliche Weise wie in Asien oder Europa. Stadtstaaten und zentralisierte Reiche waren überall vorhanden. Handel und Kriege, Religion und Hierarchie prägten die Entwicklung sowohl die Reiche der Maya, Azteken, Inkas in Lateinamerika oder der Reiche von Kerma, Äthiopien, Kilwa, Simbabwe, Ghana, Mali, des Zulu-Reiches oder Sansibar bis hin zu jenen, die in den so genannten „Dschihad-Bewegungen“ im 19. Jahrhundert in Afrika entstanden sind. Expansion, große militärische Expeditionen, Wanderungen, sogar Entdeckungsreisen begleiteten die Entstehung oder den Zerfall von Reichen. Die Tatsache, dass die meisten von ihnen keine eigene Schrift hatten, und dass sie Opfer der europäischen Kolonialexpansion und Sklavenhandel wurden, ändert nichts an der Tatsache, dass Imperien in Lateinamerika und Afrika einen bestimmten Platz in der Geschichte der Menschheit haben, der nicht unterschätzt werden darf.

    Obwohl die früheren großen Reiche in Lateinamerika und Afrika vergangen sind, bleibt ihre Sendung erstaunlich aktuell. Noch vor einer relativ kurzen Zeit wüteten in Europa und Asien totalitäre Reiche. Führerkult, Ideologie, Beschränkung der Freiheit waren ihre Merkmale. In Lateinamerika hatten die Inkas in ihrem Tawantinsuyu-Reich dieses System bereits im Mittelalter entwickelt. Ethnische und Stammesidentitäten wurden unterdrückt, ganze Völker von einem Teil des Reiches in einen anderen deportiert, um auf diese Weise eine Nation von Untertannen zu schaffen. Die Kontrolle der Bevölkerung erfolgte durch Aufteilung der Bewohner in kleine Gemeinschaften, die von einem Beamten überwacht wurden,dem jedes Mitglied verpflichtet war, periodisch seine Gedanken zu beichten. Selbstdenunzierung und eine zur Staatsreligion erhobene Ideologie schufen ein System, das manche Historiker nicht zu Unrecht als „Steinzeitkommunismus“ bezeichneten. Es wäre vielleicht übertrieben zu behaupten, dass Hitler, Stalin, Mao Zedong oder Pol Pot vom Inka-Reich inspiriert waren. Tatsache ist, dass Ähnlichkeiten vorhanden sind, und dass die Tendenz zur Unterdrückung der Freiheit und zur totalen Kontrolle der Untertanen Bestandteil jedes Imperiums ist.

    Imperien streben nach Expansion, müssen aber auch innerlich stark sein, um sich vor äußeren Feinden verteidigen zu können. Das kann zu einer Militarisierung der Gesellschaft führen. Sparta war in dieser Hinsicht wegweisend, aber das Zulu-Reich in Südafrika Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts könnte beinahe als eine Art Replik dieses antiken griechischen Staates betrachtet werden. Im Zulu-Reich war die Bevölkerung in militärische Einheiten aufgeteilt wobei junge Leute (auch Mädchen) zum aktiven Wehrdienst verpflichtet und deshalb kaserniert wurden . Eine äußerst effiziente Kriegsmaschine entstand, was zu einer frühen Version von Genozid und Ethnozid führte: Stämme, die sich nicht unterwerfen wollten, wurden aufgerieben. Der Weg zur Beseitigung der Stammesgesellschaft und zur Schaffung eines nationalen Bewusstseins war dadurch geebnet. Die Inkas haben dabei eine noch effizientere Methode entwickelt. Nach jedem Eroberungszug folgte die Deportation der unterworfenen Völker: sie wurden zwangsweise von einem Teil des Reiches in einen anderen übersiedelt, um dadurch ihre „Integration“ zu beschleunigen. Im 20. Jahrhundert handelte Stalin ähnlich, aber mit einem anderem Ziel: ihm ging es nicht um die Integration, sondern nur um die kollektive Bestraffung von subversiven Völkern.

    Das Inka-Reich

    Zentralisierte Reiche haben es leichter, sich in Imperien umzuwandeln und riesige Territorien zu beherrschen. Das Inkareich erstreckte sich entlang des größten Teils der südamerikanischen Pazifikküste und seine Expansion nach Osten wurde nur durch geographische Hindernisse (Urwälder im Amazonasgebiet) verhindert. Die Zulus ihrerseits drangen von Südafrika bis zum Viktoriasee vor und gründeten unterwegs mehrere unabhängige Reiche. Straffe militärische Organisation und zentralisierte Verwaltung mit gut organisiertem Propagandaapparat, der Untertanen in Werkzeugeder absolutistischen, mit göttlichen Attributen versehenen Herrscher verwandelte, bildeten die Grundlagen solcher „Erfolge“, damals wie – leider – heute.

    Das Ummayyadenreich um 750 n. Chr.

    Religion in ihrer Eigenschaft als Opium für das Volk im wahren Sinne des Wortes übte eine verheerende Wirkung auf die Gemeinschaften aus. Die Blutopferrituale bei den Azteken, den Mayas und anderen Zivilisationen in Mittelamerika waren eine zusätzliche Triebkraft für ihre Expansion. Auf ähnlich ideologischer Grundlage beruhte in Afrika z.B. das Reich Dahomey im heutigen Benin, obwohl es der Sklavenhandel war, der ihm zu seiner wirtschaftlichen und politischen Expansion verhalf. Noch effizienter wirkten monotheistische Religionen beim Aufbau von Imperien in Afrika. Der Islam spielte dabei eine außerordentliche Rolle. Er stärkte die Macht der Herrscher in der ganzen Subsahelzone und ermöglichte Kontakte mit dem Mittelmeerraum und Nahen Osten. Mächtige Reiche wie das alte Ghana, Mali, Songhai, Kanem-Bornu, die die Handelswege des Goldes und Salzes kontrollierten, profitierten davon. Die spätere „dschihadistische“ Bewegung, die auf einem fundamentalistischen Konzept des Islams beruhte, ermöglichte die Gründung von mehreren großen Fulbe-Reichen sowie des Mahdi-Reiches im heutigen Sudan, die erst durch kolonial Eroberungen im späten 19. Jahrhundert niedergeschlagen wurden . Diese späte Phase der islamischen Erneuerung beruhte auf ähnlichen Prinzipien und Methoden wie der heutige islamische Fundamentalismus, mit dem Unterschied, dass die Expansion des Fundamentalismus nicht zur Gründung von neuen Imperien führte , ermöglichte es aber zumindest Saudi Arabien, Iran und Libyen, zu diesem Zweck eine starke Rolle im Hintergrund zu spielen.

    Auch die christliche Religion spielte eine Rolle in der Bildung von Reichen und Imperien. Nicht aber in Lateinamerika, sondern in Afrika. Sie wirkte z.B. in Äthiopien oder im Kongo-Reich als Amalgam und ermöglichteeinerseitsdie Festigung der Zentralmacht und andererseits die Errichtung von Fundamenten für den Aufbau eines nationalen Bewusstseins. Wie im Fall des Islams, so wurde auch die christliche Religionin den afrikanischen Reichen, wo sie herrschte , wie in Äthiopien im 3. und im Kongo Ende des 15. Jahrhunderts,, ein Mittel für eigene imperiale Zwecke angewendet.

    Der Vorstoß von monotheistischen Religionen war aber zwiespaltig. Sie festigte zwar die Zentralverwaltung, die ihrerseits aber der Autorität einer höhren, geistigen Macht unterstellt wurde. Damit wurde die Willkür der Herrscher eingeschränkt und der Weg zur Einführung der Rechtstaatlichkeit geebnet. Andererseits aber führten die monotheistischen Religionen zur Anbindung an einen fremden, aus Übersee stammenden Kulturkreis. Das christliche Kongoreich war das erste Beispiel dafür. Auch die Merina-Könige in Madagaskar, die ursprünglich durch Christianisierung ihre eigene Macht festigten, öffneten damit den Weg zuerst für den britischen Einfluss und dann für die französische Kolonialisierung.

    Manche afrikanischen Herrscher versuchten ihre Macht durch das Ausspielen einer monotheistischen Religion gegen die andere zu bewahren. So schwankten die letzten Ganda- Könige im heutigen Uganda zwischen dem Islam und dem Christentum, je nachdem, wo sie mehr verdienen konnten bei -Sklavenhändlerdes Sultanats Sansibar oder bei den Engländern. Die Hauptnutzniesser der christlichen Missionierung in Lateinamerika und in Afrika waren aber die Kolonialmächte, und dieser Prozess setzt sich im postkolonialer, besser gesagt neokolonialer Zeit fort, diesmal durch die Offensive zahlreicher evangischer Kirchen, die ihre Zentren meistens in den USA haben.

    Dennoch war es nicht die Religion, sondern die bessere Bewaffnung der Europäer, die das Schicksal sowohl der lateinamerikanischen als auch der afrikanischen Imperien besiegelte.


    Einige der afrikanischen Imperien

    Die Zerstörung der Imperien in Lateinamerika und Afrika durch europäische Kolonialmächte darf nicht zu Ignorierung ihres Beitrages zur Geschichte der Menschheit führen. Sie auf archäologische Relikte oder künstlerische Errungenschaften zu reduzieren, vermindert die Wahrnehmung der politischen Rolle, die sie auf ihren jeweiligen Kontinenten spielten. Dies umso mehr, weil die Reiche in Lateinamerika und Afrika manchmal große Ähnlichkeiten mit jenen in Europa, und im Nahen oder Fernen Osten zeigen. Gewiß waren diese Imperien absolutistisch, ja sogar theokratisch, es wäre aber falsch, in ihren Herrschern nur blutrünstige Psychopathen zu sehen. Es gab unter ihnen auch Geschäftsleute, Diplomaten, soziale Reformer, Gesetzgeber. Viele von ihnen waren weltoffen und neugierig auf Errungenschaften anderer Völker, die sie gerne übernahmen, wenn es ihnen nützlich sein konnte. Sie wagten sich, sogar Expeditionen auszu- rüsten, die neue, auch Überseeländer entdecken bzw. umfassen sollten. So hat im 14. Jahrhundert Abubakari II, der Herrscher von Mali in Westafrika, zwei Expeditionen über den Atlantischen Ozean geschickt. An der zweiten hat er selbst teilgenommen und ist nicht zurückgekommen. Im 15. Jahrhundert hat der Inka-Herrscher Tupac Yupanqui eine Flotte von 20.000 Balsa-Flössen überden Stillen Ozean geschickt. Ob diese Expedition nur bis zu der Osterinsel oder den Galapagosinseln oder bis nach Melanesien kam, ist ebenso strittig wie die Hypothese, dass die Expedition von Abubakari II die Karibik oder Südamerika erreichte. Was aber unbestritten ist, dass es Versuche auch bei den Imperien in Afrika und Lateinamerika gab , unbekannte Gebiete zu erforschen.

    Die Leistungen der Imperien in Lateinamerika und Afrika dürfen aber nicht ihre wahre Natur verschleiern. Machtgier und Sucht nach Anhäufung materieller Güter bildeten überall die Grundlage für ihre Entstehung, Wirkung und Untergang. Es sind die gleichen Fundamente, auf denen auch die heutigen Imperien ruhen. Da sie keine anderen Ziele verfolgen, ist es nicht auszuschließen, dass sie, trotz ihrer höheren technischen Entwicklung, einem ähnlichen Schicksal geweiht sind. „Tout empire périra“, jedes Imperium wird untergehen, so prophezeite der französische Historiker Jean-Baptiste Duroselle in seinem gleichnamigen 1981 erschienenen Buch. Aber die Entstehung von neuen Reichen kann nicht ausgeschlossen werden, zumindest so lange Machtbesessenheit und Profitsucht der Eliten das Schicksal der Menschheit prägen werden. Ob diesem Prozess einmal ein Ende gemacht werden kann, hängt von der Fähigkeit der Gesellschaft ab, Lehren aus der Entwicklung früherer Imperien zu ziehen und insbesondere auch von jenen in Lateinamerika und Afrika. Wissenschaftliche Kongresse, die sich mit den Imperien befassen, wären gut beraten, in Zukunft darauf zu achten.

    Quelle: der Autor

    Originalartikel veröffentlicht am 6.5.2010

    Über den Autor

    Vladislav Marjanoviæ ist ein mit Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, assoziierter Autor. Dieser Artikel kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor als auch die Quelle genannt werden.

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